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Wiki-Topic: Materialien & Oberflächen

Vorteile neuer Türen

Neben Wandfarbe und Möbeln bestimmen Innentüren maßgeblich die Optik der eigenen vier Wände. Die Anforderungen richten sich vor allem nach der Beanspruchung der Tür – von der Klimabelastung über Schallschutz bis hin zu Brandschutz.

Bei der Auswahl stehen viele Möglichkeiten offen: ein- oder zweiflügelige Türen sowie Schiebetüren. Letztere eignen sich besonders bei begrenztem Platz. Auch die Oberfläche spielt eine wichtige Rolle – beispielsweise sind CPL- oder HPL-Oberflächen besonders strapazierfähig.

Bestehende Türen können grundsätzlich restauriert werden, etwa durch Folien, Kaschierungen oder Überstreichen. Dennoch sprechen viele Gründe für den Austausch: Mit der Zeit lassen Qualität, Wärmedämmung, Schließkomfort und Optik nach. Moderne Türen bieten neue Funktionen, verbesserte Materialien und werten Räume sichtbar auf.

Ein optimales Ergebnis entsteht durch das Zusammenspiel von Türblatt, Zarge, Beschlägen und einer fachgerechten Montage.

Der Wohnkomfort hängt maßgeblich von den „inneren Werten“ ab, wie der Mittellage, dem Türblattaufbau, der Schallhemmung und der Klimabeständigkeit.

Auch Bandsysteme und Drücker sollten funktional und optisch abgestimmt sein. Wie bei Schlössern oder Schließblechen gibt es unterschiedliche Qualitätsstufen. Ein Beispiel ist das Flüsterschloss, das das Schließgeräusch reduziert.

Fachbetriebe vor Ort unterstützen dabei, die passende Lösung zu finden und alle Fragen rund um den Türenkauf zu klären.

FAQ – Die 10 häufigsten Fragen beim Türenkauf

Gibt es Standardmaße für Türen?

Ja. Türen in Standardmaßen werden auch Normtüren genannt.

Sie sind beim Fachhändler schnell verfügbar und in unterschiedlichen Oberflächenausführungen sowie Ausstattungen erhältlich.

Um zu prüfen, ob eine Normtür passt, messen Sie die Breite und Höhe der Wandöffnung sowie die Dicke der Wand inklusive aller Materialien (z. B. Fliesen im Bad).

Wie messe ich eine Tür?

Wie messe ich Tür und Zarge richtig?

Um die Maße für eine neue Tür und Zarge zu bestimmen, messen Sie die Breite und Höhe der Wandöffnung sowie die Dicke der Wand inklusive aller Materialien (z. B. Fliesen im Bad).

Wichtig ist, dass Sie die Maße an verschiedenen Stellen nehmen:

Breite: oben, in der Mitte und unten messen, um eine bauchige Leibung festzustellen.
Höhe: rechts und links messen, um einen schiefen Sturz zu erkennen.
Tiefe: oben, in der Mitte und unten messen, um eine wellige Leibung festzustellen.

Bestimmung der DIN-Richtung (Anschlagrichtung)

Die DIN-Richtung beschreibt die Öffnungsrichtung einer Innentür. Man unterscheidet zwischen DIN Links und DIN Rechts.

Bestimmt wird, wo die Tür an der Längskante angeschlagen ist. Stellen Sie sich gedanklich auf die Seite, von der aus Sie die Tür zu sich hinziehen würden, und prüfen Sie, ob sich die Bänder (Scharniere) links (DIN Links) oder rechts (DIN Rechts) befinden.

Berücksichtigen Sie bei der Bestimmung der DIN-Richtung den Platz für Lichtschalter, den benötigten Öffnungsbereich der Tür sowie bei nicht durchgehenden Bodenbelägen den Fußbodenübergang.

Notieren Sie die Maße zusammen mit der Raumbezeichnung, damit später klar ist, wohin die Tür gehört. Wenn Sie unsicher sind, fertigen Sie Skizzen an – sie helfen Handwerkern oder Fachhändlern bei der weiteren Planung.

Welche Standardabmessungen gibt es für Türen mit Holzumfassungszargen?

Maß nicht gefunden? Sind Sondermaße möglich?

Erst die Türen oder den Bodenbelag oder Tapezieren?

Bevor neue Türen montiert werden, sollten Bodenbelag und Wandgestaltung inklusive Tapezieren fertig sein.

So entsteht ein sauberer Übergang zu Wand und Boden.

Nur Stahlzargen werden im Rohbau gesetzt und mit verputzt.

Kann ich meine Glastür kürzen lassen?

Eine Ganzglastür aus ESG oder VSG kann nicht nachträglich gekürzt werden, da sie bei der Produktion unter Spannung gefertigt wird.

Eine spätere Bearbeitung kann diese Spannung aufheben und zum Bruch der Tür führen.

Möglichkeiten, um eine Glastür höher zu setzen, bieten je nach Bausituation sogenannte Fitschenringe, die unter den Bändern eingesetzt werden, Hebebänder oder das Verstellen der vorhandenen Ganzglastürbänder.

Die passende Lösung findet Ihr Fachhändler oder Handwerker.

Muss ich meine vorhandene Stahlzarge rausreißen?

Nicht unbedingt. In der Regel gibt es die Möglichkeit, eine Stahlzarge mit einer neuen Holzzarge zu ummanteln.

Ob eine Ummantelung oder eine neue Zarge sinnvoll ist, sollte ein Fachmann klären.

Zu beachten ist: Eine Ummantelung der Stahlzarge verringert die Durchgangsbreite.

Worin unterscheiden sich die verschiedenen Tür-Oberflächen?

Die Qualitätsunterschiede der Oberflächen liegen in ihrem Aufbau. Er verleiht Türen unterschiedliche Eigenschaften in Kratz-, Stoß- und Lichtempfindlichkeit.

Als Preiseinstieg gilt die Folienoberfläche: Eine Dekorfolie wird direkt auf das Türblatt gepresst und mit einem Schutzlack versehen.

Die Furnier-Oberfläche ist sehr elegant und immer einzigartig, denn sie besteht aus echtem Furnierholz. Jede Tür ist ein Unikat. Eine Mehrschichtlackierung schützt die Echtholzoberfläche vor Verschmutzungen und Beschädigungen.

Eine besonders robuste Variante ist die CPL-Oberfläche. Sie wird zusammen mit einer Melaminharzbeschichtung (Schutzfilm) verpresst und weist eine extrem hohe Belastbarkeit sowie Kratz- und Stoßfestigkeit auf.

Die Abkürzung CPL steht für Continuous Pressure Laminate. Dabei wird die Tür in einem speziellen Verfahren mit Dekorpapieren verpresst und gehärtet. CPL-Türen sind dadurch besonders stoß- und kratzfest – sie halten sowohl Katzenkrallen als auch Malstiften stand.

Darüber hinaus sind CPL-Oberflächen pflegeleicht und lösungsmittelbeständig. Verschmutzungen aller Art sowie Klebereste lassen sich problemlos entfernen. Zudem sind sie farb- und lichtecht und dunkeln nicht nach. CPL-Oberflächen sind in zahlreichen modernen Designs erhältlich, auch in täuschend echter Holzoptik.

Für extreme Beanspruchungen empfiehlt sich eine HPL-Oberfläche (High Pressure Laminate), die noch widerstandsfähiger ist.

Kann ich unterschiedliche Oberflächen auf einer Innentür haben?

Ja. Bei vielen Modellen kann man unterschiedliche Oberflächen auf der Türblattseite und der Futterseite wählen.

Diese Option wird zum Beispiel bei Eigentumswohnungen häufig genutzt, um die Wohnungseingangstür innen an die anderen Innentüren (z. B. Ahorn) und außen an den Außenflur (z. B. Weiß) anzugleichen.

Genaue Informationen gibt Ihnen Ihr Fachhändler oder Handwerker.

Gibt es Innentüren in Sondermaßen oder muss ich die Wandöffnung anpassen?

Viele Innentüren und Zargen sind auf Anfrage in Sondermaßen erhältlich.

Weicht die Maueröffnung von den Standardmaßen ab, entscheiden Sie, ob die Öffnung angepasst wird oder Innentür und Zarge im Sondermaß bestellt werden.

Wie messe ich Tür und Zarge richtig?

Was, wenn ich die gewünschte Tür/Zarge nicht im Showroom finde?

Nehmen Sie per E-Mail oder telefonisch Kontakt mit uns auf.

Für jede bauliche Situation und jeden Türwunsch gibt es eine Lösung. Wir helfen Ihnen gerne weiter.

Wie finde ich Händler / Handwerker in meiner Nähe?

Benutzen Sie unseren Bauvorhaben-Konfigurator, um Ihr Projekt zu planen.

Wir schlagen Ihnen passende Fachhändler vor, die Ihr Vorhaben umsetzen können.

Verbundsicherheitsglas (VSG)

Illustration des Aufbaus von VSG
Verbundsicherheitsglas (VSG)© Licht & Harmonie

Verbundsicherheitsglas besteht im Vergleich zum Einscheiben-Sicherheitsglas nicht nur aus einer Scheibe, sondern aus einem Verbund von mindestens zwei Glasscheiben.

Zwischen den Glasscheiben liegt mindestens eine Lage Kunststofffolie. Glas und Folie werden in einer Walzenpresse zusammengefügt und durch Hitze und Druck zu einer untrennbaren Einheit verbunden.

Mit der Anzahl der Schichten steigt die Dicke des Verbundsicherheitsglases. Ab einer Dicke von 25 mm spricht man von Panzerglas.

Verbundsicherheitsglas ist in der Regel deutlich schwerer als Einscheiben-Sicherheitsglas und wesentlich widerstandsfähiger. Es besitzt eine höhere Stoß-, Schlag- und Biegefestigkeit sowie eine gute Temperaturbeständigkeit.

Wenn Verbundsicherheitsglas bricht, hält die innenliegende Folie die Glasbruchstücke zusammen. Diese Splitterbindung reduziert das Verletzungsrisiko.

Sie trägt außerdem zum Einbruchschutz bei, da der Durchgang selbst bei beschädigtem Glas nicht sofort frei ist.

Glastüren aus Verbundsicherheitsglas besitzen zudem eine schalldämmende Wirkung, da die integrierte Folie Schwingungen dämpft.

Glasarten

Illustration zum Vergleich verschiedener Gängiger Glasarten
Gängige Glasarten© Joh. Sprinz GmbH & Co. KG

Crash-Glas entsteht durch kontrolliertes Zerspringen.

Eine ESG-Scheibe wird gezielt zum Zerspringen gebracht und zwischen zwei Ganzgläser gelegt.

Der Rand wird mit einem Dichtstoff versiegelt, damit keine Glaskrümel überstehen.

Crash-Glas ist immer ein Unikat und bricht das Licht in verschiedene Richtungen.

Glasbearbeitung / Veredelung

Rillenschliff

In die Glasoberfläche wird eine ca. 6–10 mm breite, V-förmige Rille in matter oder polierter Ausführung eingearbeitet. Sie bewirkt, dass das Licht anders gebrochen wird und verändert die Optik der Glastür.

Satiniert

Eine satinierte Ganzglastür besteht aus einem vollflächig säuremattierten Floatglas mit einer glatten und einer rauen Oberfläche. Umgangssprachlich wird satiniertes Glas auch „Milchglas“ genannt.

Siebdruck

Bei diesem Verfahren wird eine Ganzglastür einseitig mit Siebdruck beschichtet. Danach wird das Glas zu ESG vorgespannt und die Siebdruckfarbe eingebrannt. Die Farbe geht mit der Glasmatrix eine dauerhafte, unlösbare Verbindung ein und kann nicht mehr entfernt werden.

Sandstrahlung

Die Glasoberfläche wird per Druckluft mit Granulaten beschossen und dadurch aufgeraut und mattiert. Um Muster oder Motive zu erzeugen, werden während des Sandstrahlens Abdeckschablonen verwendet – unter ihnen bleibt das Glas durchsichtig.

Ätzung

Die Glasoberfläche wird Flusssäure ausgesetzt und dadurch mattiert. Das Ätzverfahren gewährleistet eine geschlossenporige Oberfläche.

Schmelzglas

Die Schmelzglastechnik ist eine Glaskunst, bei der in einem aufwendigen Verfahren Konturen in geschmolzenes Glas übertragen werden. Die Oberfläche ist rau. Die handwerkliche Bearbeitung macht jede Schmelzglastür zum Unikat mit individuellem Charakter.

Folien (durchsichtig oder blickdicht)

VSG-Gläser bieten die Möglichkeit, farbige Folien in den Scheibenzwischenraum einzusetzen. Je nach Ausführung wird die Glastür durchsichtig oder blickdicht. Auch individuelle Drucke, Logos, Fotos und Schriftzüge sind möglich.

Walztechnik

Mit Walztechnik bearbeitete Glasoberflächen besitzen eine strukturierte Oberfläche, die durch Walzen einseitig auf das Glas aufgebracht wird.

Konstruktion und Eigenschaften

Vergleichsfotos von Officeband und Studioband
Office- und Studioband© Dorma

Um eine Ganzglastür herzustellen, wird eine Glasscheibe (Einscheiben-Sicherheitsglas oder Verbundsicherheitsglas) auf Maß zugeschnitten.

Anschließend werden die Kanten sowie eventuelle Glasausschnitte bearbeitet und Lochbohrungen für die Bänder vorgenommen.

Danach wird die Glasscheibe in einem Ofen auf über 600 °C erhitzt und anschließend durch ein Kaltluftgebläse schlagartig abgekühlt. Durch diesen Prozess entsteht eine thermische Vorspannung, also Zug- und Druckspannungen, die das Glas stabilisieren und seine Verwendung als Bauteil ermöglichen.

Die Dicke des Glases richtet sich nach der Türblattgröße. Standard sind 8 mm, möglich sind jedoch auch 10 mm, 12 mm oder mehr.

Ganzglastüren können in Holz- und Stahlzargen eingesetzt werden. Sie werden entweder mit waagerecht nebeneinanderliegenden Bohrungen für zweiteilige Bänder (Studiobänder) oder mit senkrecht übereinanderliegenden Bohrungen für dreiteilige Bänder (Office-Bänder) ausgestattet. Office-Bandsysteme sind für schwerere Türblätter zu empfehlen.

Ganzglastüren sind stabil, form- und alterungsbeständig sowie widerstandsfähig gegen Kratzer und haushaltsübliche Reinigungsmittel. Sie sind ebenso pflegeleicht wie eine Fensterscheibe.

Wichtig ist: Die Kanten einer Glastür dürfen nie gestaucht werden (z. B. durch Absetzen auf der Kante oder Kippen), da sonst die Gefahr besteht, dass sich die Spannung löst und das Glas in kleine Krümel zerfällt.

Ganzglastür

Eine Ganzglastür besteht komplett aus Einscheiben-Sicherheitsglas oder aus Verbundsicherheitsglas.

Das Türblatt bildet eine rahmenlose Glasfläche. Ganzglastüren lassen Tageslicht ein und vergrößern Räume optisch.

Sie trennen Räume funktional, während sie diese gleichzeitig visuell verbinden. Damit sind sie ein wichtiges Element moderner Architektur.

Zum Einsatz kommen sie unter anderem als Innentür, Schiebetür oder in Ganzglastüranlagen.

Glastüren können in nahezu jeder gewünschten Farbe (z. B. durch Lackierung), mit neutralen, matten oder opaken Strukturen (z. B. Siebdruck oder Rillenschliff) sowie mit verschiedenen Dekoren (z. B. VSG mit bedruckten Folien) individuell gestaltet werden.

Sprossenrahmen

Skizze einer Tür mit Sprossenrahmen
Skizze Sprossenrahmen© Westag & Getalit AG

Eine Variante der Glasleistenkonstruktionen ist der Sprossenrahmen. Er unterteilt die gesamte Glasfläche des Lichtausschnitts durch längs und/oder quer angeordnete Sprossen in kleinere Felder. Die Felder können unterschiedlich groß sein; neben rechteckigen und quadratischen Formen sind auch abgeschrägte Varianten möglich.

Egal, ob vier, acht, zwölf oder mehr Felder – der Sprossenrahmen erfüllt neben der Stabilisierung auch eine Designfunktion und gestaltet das Türblatt.

Neben dem Sprossenrahmen gibt es Ziersprossen. Sie werden auf die Glasfläche aufgeklebt und dienen ausschließlich der optischen Gliederung des Lichtausschnitts.

Glasleistenkonstruktionen bei Lichtausschnitten

Skizze verschiedene Formen von Glasleisten
Varianten Glasleisten© Jeld-Wen Deutschland GmbH

Die Leisten, die das Glas im Lichtausschnitt des Türblattes festhalten, heißen Glasleisten. Ihr Material richtet sich nach dem des Türblattes – sie können zum Beispiel aus Holz oder Aluminium bestehen und dekor- oder furnierummantelt sein.

Glasleisten können aufgesetzt oder flächenbündig ausgeführt werden. Ihre Befestigung erfolgt in der Regel unsichtbar oder sichtbar verschraubt.

Sprossenrahmen

Skizze einer Tür mit Sprossenrahmen
Skizze Sprossenrahmen© Westag & Getalit AG

Eine Variante der Glasleistenkonstruktionen ist der Sprossenrahmen. Er unterteilt die gesamte Glasfläche des Lichtausschnitts durch längs und/oder quer angeordnete Sprossen in kleinere Felder. Die Felder können unterschiedlich groß sein; neben rechteckigen und quadratischen Formen sind auch abgeschrägte Varianten möglich.

Egal, ob vier, acht, zwölf oder mehr Felder – der Sprossenrahmen erfüllt neben der Stabilisierung auch eine Designfunktion und gestaltet das Türblatt.

Neben dem Sprossenrahmen gibt es Ziersprossen. Sie werden auf die Glasfläche aufgeklebt und dienen ausschließlich der optischen Gliederung des Lichtausschnitts.

Spezial-Mittellage

Spezial-Mittellagen werden ausschließlich bei besonderen Anwendungen eingesetzt, vor allem in zugelassenen Funktionstüren für Nassraum, Feuchtraum, Schallschutz, Brandschutz oder Schusshemmung.

Je nach Anforderung kommen unterschiedliche Materialien zum Einsatz: Für Schallschutztüren werden beispielsweise mehrere Vollspaneinlagen verwendet, eine Durchschusshemmung wird durch spezielles Panzerholz erreicht, in Feuchtraumtüren werden Hartschaumplatten eingesetzt und in Strahlenschutztüren Bleiplatten.