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Wiki-Topic: Materialien & Oberflächen

Röhrenspan-Platte

Skizze des Aufbaus einer Röhrenspan-Platte
Skizze Röhrenspan-Platte© GRAUTHOFF Türengruppe GmbH

Die Röhrenspanplatte ist eine Mittellage, die aus einer durchgehenden Platte mit horizontal gebohrten Röhren besteht.

Diese Einlage zeichnet sich durch ihre Homogenität aus. Sie verleiht Türen eine hohe Flächenstabilität und Oberflächenruhe – und ist damit Einlagen aus Papierwaben oder Röhrenspanstegen überlegen.

Sie kommt bei hochwertigen Innentüren im Wohnungsbau zum Einsatz, auch bei stärker beanspruchten Türen.

Vollspan

Skizze des Querschnitts des Aufbaus einer Vollspaneinlage
Skizze Vollspaneinlage© GRAUTHOFF Türengruppe GmbH

Die Vollspaneinlage ist eine Mittellage, die vollständig aus Spanplatte besteht. Die Tür gewinnt dadurch an Gewicht und Belastbarkeit.

Türkonstruktionen mit Vollspaneinlage werden bei sehr stark beanspruchten Türen und bei Funktionstüren (z. B. Schallschutztüren) eingesetzt. Sie zeichnen sich durch eine hohe mechanische Festigkeit aus.

Die schwere Mittellage sorgt zudem für eine höhere Schalldämmleistung. Mit passenden Dichtungen erreichen Vollspantüren die Schallschutzklasse 1 (Mindestanforderung für Wohnungsabschlusstüren im Wohnungsbau).

Röhrenspan-Steg

Skizze des Querschnitts des Aufbaus der Röhrenspanstegplatte
Skizze Röhrenspan© GRAUTHOFF Türengruppe GmbH

Der Röhrenspan-Steg ist eine Mittellage, die aus einzelnen Streifen (Stegen) einer Röhrenspanplatte besteht.

Die Röhrenspan-Streifen sind in optimalem Abstand zueinander angeordnet, um der Tür eine hohe Druckstabilität bei geringem Türgewicht zu verleihen.

Türen mit Röhrenspan-Steg sind schwerer und stabiler als Türen mit Wabeneinlage und werden wie diese im Wohnungsbau eingesetzt.

Wabe

Illustration des Aufbaus einer Wabeneinlage
Skizze Wabeneinlage© GRAUTHOFF Türengruppe GmbH

Die Wabeneinlage (auch Verbundkerneinlage oder Spezialwabeneinlage) ist die einfachste Mittellage für leichte Türblattaufbauten im Wohnungsbau (Zimmertüren).

Sie wird aus Spezialpapieren hergestellt und hat ihren Namen von ihrem natürlichen Vorbild – der Bienenwabe. Gemeinsam ist ihnen die engzellige, sechseckige Wabenstruktur.

Dieses Bauprinzip sorgt für eine hohe Druckstabilität bei sehr geringem Türgewicht. Durch ein spezielles Herstellungsverfahren wird zudem sichergestellt, dass die Türblattoberfläche keine Wellen bildet.

Lackierung

Foto eines RAL-Classic Farbfächers
Die Darstellung des RAL CLASSIC Farbfächers erfolgt mit Genehmigung der RAL gGmbH, Sankt Augustin. Die Bezeichnung RAL ist markenrechtlich geschützt.

Türen in Wunschfarbe und der Schutz hochwertiger Furniere – beides ermöglichen Lackierungen. Die Auswahl an Oberflächen und Designs ist groß.

Moderne Walz- und Spritzverfahren sowie UV-härtende, umweltschonende Lacke sorgen für robuste Oberflächen. Lackierte Türen sind langlebig und pflegeleicht.

Besonders verbreitet ist die Weißlacktür. Traditionell ist ihr Anteil in Norddeutschland und Berlin sehr hoch. Zur Bestimmung des Farbtons dienen Referenzfarbkarten (RAL oder NCS), häufig orientiert sich Weiß an RAL 9010.

Neben der Farbe kann auch der Glanzgrad variieren – von stumpf matt bis hochglänzend.

Dekor-Folie

Dekore sind naturgetreue Holznachbildungen, Fantasiedekore oder Uni-Farben aus Kunststoff. Die Dekorfolie wird direkt auf das Türblatt gepresst und mit einem Schutzlack versehen.

Dekore zeichnen sich durch Farb- und Lichtbeständigkeit aus und bieten attraktive Oberflächen. Im Vergleich zu anderen Reproduktionsoberflächen wie HPL und CPL weisen Dekorfolien jedoch die geringste Widerstandsfähigkeit auf.

Lichtausschnitte bei Türen

Nichts beeinflusst Räume so wie Licht. Damit Türen keine Lichtbarrieren sind, gibt es Lichtausschnitte.

Ein Lichtausschnitt ist ein Glaseinsatz im Türblatt; er wird auch Glasausschnitt oder Lichtöffnung genannt.

Der Lichtausschnitt macht die Tür lichtdurchlässig. Tageslicht flutet in den Raum, dunkle Bereiche – auch solche ohne Fenster – werden heller.

Lichtausschnitte sorgen für Transparenz und Offenheit und lassen Räume optisch größer wirken.

Sie bieten zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten: Die Form ist ebenso variabel wie die Platzierung im Türblatt. Das Glas kann klar oder – zur Wahrung der Privatsphäre – strukturiert, satiniert oder farbig ausgeführt sein.

Der Lichtausschnitt kann vollflächig aus Glas bestehen oder aus geteilten Gläsern.

Unabhängig von Form, Platzierung und Glasart gilt: Lichtausschnitte sind ein starkes Designelement.

Mittellagen

Das Innenleben einer Tür wird als Mittellage bezeichnet. Sie ist von außen nicht sichtbar, da sie von Rahmen und Deckplatten umschlossen wird.

Trotzdem spielt ihr Aufbau eine entscheidende Rolle: Je nachdem, ob die Mittellage als Wabeneinlage, Röhrenspansteg, Röhrenspanplatte oder Vollspanplatte ausgeführt ist, verändern sich Gewicht und Stabilität der Tür – und damit ihre Belastbarkeit sowie ihre Einsatzmöglichkeiten.

Furnier

Eine Furnier-Tür hat eine Außenhaut aus echtem Holz. Furnier entsteht, indem ein Baumstamm in viele dünne Schichten (Furnierblätter) geschnitten, also „gemessert“, wird.

Das ist nicht nur eine ressourcenschonende Methode – Furnier zählt auch zu den edelsten Holzprodukten und wird oft als „Blattgold des Waldes“ bezeichnet.

Jede Furnier-Tür ist ein Unikat, da Maserung und Wuchs des Holzes einzigartig sind. Furnier-Türen strahlen Individualität, Lebendigkeit und Natürlichkeit aus. Holzarten wie Ahorn, Buche, Esche, Kirschbaum oder Mahagoni besitzen jeweils ihre eigene Farbe, Struktur und Charakteristik.

Der Gestaltung sind kaum Grenzen gesetzt: Furnier-Türelemente können ein- oder zweiflügelig oder raumhoch ausgeführt werden. Durch Handarbeit oder Lasertechnik lassen sich verschiedene Furniere kombinieren, sodass individuelle Motive entstehen.

Furnierte Türelemente erfordern besondere Sorgfalt bei Holzauswahl und Herstellung. Zum Schutz der Echtholzoberfläche werden sie beispielsweise mit Farbe, Lack, Lasur, Wachs oder Öl veredelt.

Holzwerkstofftüren

Querschnitt einer Holzwerkstofftür
Typischer Querschnitt einerHolzwerkstofftür© Westag & Getalit AG

Türen aus Massivholz waren früher üblich und gelten noch heute als optisch reizvoll.

Massives Holz hat jedoch im Türenbau einen entscheidenden Nachteil: Es arbeitet bei Temperatur- und Feuchtigkeitsveränderungen sehr stark. Türblätter aus Massivholz neigen dazu, sich zu verziehen. Das kann dazu führen, dass die Tür nicht mehr richtig schließt.

Ein unerwünschter Effekt, den Türen aus Holzwerkstoffen deutlich minimieren.

In der Regel besteht nur der umlaufende Rahmen (auch Riegel) einer Innentür aus Vollholz. Für die sogenannte Einlage, die Türdecks und die Oberfläche kommen je nach Funktion der Tür unterschiedliche Holzwerkstoffe zum Einsatz.

Diese bestehen zwar überwiegend aus Holz, jedoch nicht aus Vollholz, sondern aus zerkleinerten Holzpartikeln, die mit Kunstharz verpresst und teilweise beschichtet werden.

Je nach Größe der Holzpartikel und Herstellungsverfahren besitzen Holzwerkstoffe unterschiedliche Eigenschaften und eignen sich für verschiedene Anwendungen.

Zu den bekanntesten Materialien im Türenbau zählen Spanplatte (häufig als Einlage), hochdichte Faserplatte (HDF, meist als Deckplatte) sowie die mitteldichte Faserplatte (MDF).

Grundsätzlich gilt: Türen aus Holzwerkstoffen sind stabil und verziehen sich auch bei Schwankungen von Temperatur und Luftfeuchtigkeit kaum.