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Wiki-Topic: Typen & Bauweisen

Spindeltreppe und Wendeltreppe – wo liegt der Unterschied?

Skizze einer Spindeltreppe
Spindeltreppe© Dolle

Für viele wirken Spindeltreppen und Wendeltreppen zunächst gleich, da beide in sich gedreht verlaufen statt gerade nach oben zu führen. Tatsächlich handelt es sich jedoch nicht um Synonyme, sondern die Spindeltreppe ist eine spezielle Form der Wendeltreppe.

Unterschiede im Aufbau
Wendeltreppen verlaufen freitragend nach oben und bilden in der Mitte ein offenes Zentrum, das sogenannte Treppenauge.

Spindeltreppen hingegen werden um ein zentrales tragendes Element geführt, die sogenannte Spindel, meist ein stabiler Metallstab.

Wendeltreppe
Eine Wendeltreppe dreht sich im Verlauf mindestens einmal um 360 Grad um die eigene Achse. Je nach Planung sind auch Viertel- oder Halbwendelungen möglich. Die Drehrichtung kann links oder rechts erfolgen.

Das Treppenauge spielt dabei auch eine funktionale Rolle: Je größer es ausfällt, desto flacher ist in der Regel die Steigung und desto komfortabler lässt sich die Treppe begehen. Ein kleineres Auge spart dagegen mehr Platz.

Wendeltreppen können aus unterschiedlichen Materialien gefertigt werden, etwa aus Holz, Glas oder Metall, und in verschiedenen Bauweisen ausgeführt sein, zum Beispiel als Wangentreppe, Mittelholmtreppe oder Faltwerktreppe. Dadurch lassen sie sich sehr flexibel an den Wohnstil anpassen.

Spindeltreppe
Die Spindeltreppe stellt eine kompakte Sonderform der Wendeltreppe dar. Hier wird das zentrale Treppenauge durch eine tragende Spindel ersetzt, die die Konstruktion stabilisiert.

Durch die sehr enge Wendelung eignet sich die Spindeltreppe besonders als platzsparende Lösung und wird häufig als Nebentreppe eingesetzt.

Typisch sind Ausführungen aus Holz oder Metall. Im Außenbereich kommen oft robuste Metallkonstruktionen mit rutschfesten Stufen, etwa aus Lochblech, zum Einsatz.

Für die Auswahl der passenden Treppenform empfiehlt sich eine Beratung durch einen BAUWIKI-Fachbetrieb in der Nähe.

Was ist eine Kragarmtreppe?

Der Begriff „Kragarmtreppe“ leitet sich aus der Architektur ab und beschreibt Gebäudeteile, die aus einer Wand herausragen. Genau dieses Prinzip liegt auch dieser Treppenform zugrunde: Die Stufen „kragen“ aus der Wand hervor und scheinen frei im Raum zu schweben.

Auf klassische Wangen oder tragende Seitenelemente wird dabei verzichtet. In ihrer Grundform besteht die Kragarmtreppe tatsächlich nur aus einzelnen Stufen, was ihr ein sehr reduziertes und modernes Erscheinungsbild verleiht.

Damit die Konstruktion sicher hält, werden die Stufen über stabile Stahlträger fest in einer tragfähigen Betonwand verankert. Aus diesem Grund ist diese Treppenart nur für entsprechend ausgelegte Wandkonstruktionen geeignet.

Trotz der minimalistischen Bauweise sind viele Gestaltungsvarianten möglich. Die Stufen können unterschiedliche Formen haben und aus Materialien wie Holz, Glas, Kunststoff oder Metall bestehen. Dadurch lässt sich die Treppe gut an verschiedene Wohnstile anpassen.

Für die Planung und Umsetzung empfiehlt sich die Beratung durch einen BAUWIKI-Fachbetrieb in der Nähe.

Was ist eine Wangentreppe?

Die Wangentreppe gilt als absoluter Klassiker unter den Treppen und zählt zu den meistverkauften Treppenarten. Charakteristisch sind die beiden seitlichen Wangen, die die Stufen aufnehmen und die Konstruktion tragen. Je nach Ausführung kann eine Wangentreppe auch nur auf einer Seite im Mauerwerk verankert sein.

Die besondere Stärke dieser Treppenform liegt in ihrer Wandelbarkeit: Unterschiedliche Materialien lassen sich flexibel kombinieren und erzeugen so sehr unterschiedliche optische Wirkungen. Häufige Varianten sind Holzstufen mit Metallwangen und passendem Geländer, aber auch Kombinationen aus Glas, Metall oder reinem Holz sind möglich.

Je nach Materialwahl und Gestaltung wirkt die Wangentreppe eher klassisch oder modern. Zusätzlich können verschiedene Stufenarten, Podeste und Wendelungen integriert werden, wodurch sie sich an unterschiedliche bauliche Gegebenheiten anpassen lässt.

Durch diese Vielseitigkeit passt die Wangentreppe in nahezu jeden Wohnstil und ist deshalb besonders verbreitet.

Raumspartreppe / Treppe mit Wechselstufen

Skizze einer Raumspartreppe
Raumspartreppe© Dolle

Eine Raumspartreppe kommt immer dann zum Einsatz, wenn bereits eine Haupttreppe vorhanden ist. Sie dient somit als zusätzliche Verbindung zwischen Räumen und wird häufig genutzt, wenn zwei Geschosse oder Bereiche direkt miteinander verbunden werden sollen.

Es gibt verschiedene Typen von Raumspartreppen, darunter Leitertreppen, Raumspar-Wangentreppen, Raumspar-Wendeltreppen und Wechselstufentreppen, auch Samba-Treppen genannt.

Raumspar-Wangentreppen und Raumspar-Wendeltreppen
Diese Varianten unterscheiden sich von klassischen Treppen vor allem durch eine steilere Neigung, schmalere Stufen und eine reduzierte Auftrittsfläche. Besonders bei Wendeltreppen sorgt die enge Drehung für eine sehr kompakte Bauweise.

Leitertreppen
Leitertreppen werden vor allem als Zugang zu Dachböden eingesetzt und kommen nur in Ausnahmefällen als Nebentreppe zum Einsatz, insbesondere bei sehr geringer Nutzungsfrequenz.

Wechselstufentreppen
Diese Treppenform spart besonders viel Platz, da die Stufen abwechselnd links und rechts angeordnet sind. Dadurch ist eine sehr steile Bauweise möglich. Die Bewegung beim Begehen erinnert an einen Tanzschritt, weshalb sie auch als Samba-Treppe bezeichnet wird.

Trotz ihrer speziellen Geometrie lassen sich Wechselstufentreppen mit etwas Eingewöhnung gut begehen und sind in verschiedenen Materialien und Ausführungen erhältlich.

Für die Auswahl der passenden Raumspartreppe empfiehlt sich die Beratung durch einen BAUWIKI-Fachbetrieb.

Mittelholmtreppe – elegant und freitragend

Skizze einer Mittelholmtreppe
Mittelholmtreppe© Dolle

Eine Mittelholmtreppe wird auch als Holmtreppe, Einholmtreppe, Systemtreppe oder Gelenkholmtreppe bezeichnet. Sie zeichnet sich durch ihre besonders flexible Bauweise mit unterschiedlichen Stufenbreiten, variablen Steigungshöhen sowie verschiedenen Stufenformen und Wendelungen aus.

Charakteristisch ist die freitragende Konstruktion mit nur einem zentralen Träger, dem sogenannten Mittelholm. Die einzelnen Stufen werden dabei mittig an diesem Holm befestigt, der meist aus Metall besteht, während die Stufen häufig aus Holz oder Stein gefertigt werden.

Trotz der zentralen Konstruktion lässt sich problemlos ein Geländer ein- oder beidseitig anbringen. Auch passende Brüstungsgeländer für das obere Geschoss können im gleichen Design ausgeführt werden, sodass Sicherheit und Gestaltung harmonisch kombiniert werden.

Der große Vorteil dieser Treppenform liegt in ihrer platzsparenden Bauweise und der gleichzeitig sehr offenen, leichten Wirkung. Durch die vielfältigen Kombinationsmöglichkeiten aus Holm, Stufenmaterial und Geländerausführung entsteht eine individuell gestaltbare Treppe.

Für die Planung und Umsetzung einer Mittelholmtreppe empfiehlt sich die Beratung durch einen BAUWIKI-Fachbetrieb in der Nähe.

Faltwerktreppe – modern und schlicht

Eine Faltwerktreppe steht für puristische Eleganz und passt besonders gut zu einem modernen Wohnstil. Ihren Namen verdankt sie der optischen Wirkung: Von der Seite betrachtet erinnert sie an ein gefaltetes Blatt Papier.

Dieser Eindruck entsteht durch die nahtlose Verbindung von Tritt- und Setzstufen, wodurch eine klare, durchgehende Linienführung entsteht. Eine klassische Treppenwange ist bei dieser Konstruktion nicht sichtbar oder nicht vorhanden.

Faltwerktreppen können sowohl freitragend als auch auf einem Unterbau ausgeführt werden. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, zwischen gerader oder gewendelter Ausführung zu wählen.

Auch bei den Materialien gibt es verschiedene Optionen, etwa Holz, Glas oder Stein. Dadurch lässt sich die Treppe optimal an den jeweiligen Wohnstil anpassen.

Faltwerktreppen wirken besonders reduziert und modern und setzen im Innenraum ein starkes architektonisches Statement.

Für eine individuelle Planung und Beratung steht ein BAUWIKI-Fachbetrieb in der Nähe zur Verfügung.

Eine Bolzentreppe im Innenraum

Eine Bolzentreppe ist auch unter den Bezeichnungen Tragbolzentreppe, freitragende oder freihängende Treppe bekannt. Diese Begriffe beschreiben bereits das zentrale Konstruktionsprinzip: Die Treppe kommt ohne durchgehende Wangen oder Holme aus.

Stattdessen sind die einzelnen Stufen über Bolzen miteinander verbunden und bilden dadurch eine selbsttragende Konstruktion. Die unterste und oberste Stufe werden fest im Mauerwerk beziehungsweise im Boden verankert und sorgen so für zusätzliche Stabilität.

Bolzentreppen können aus unterschiedlichen Materialien gefertigt werden, etwa aus Holz, Granit, Glas oder Metall. Die verbindenden Bolzen bestehen dabei in der Regel aus Stahl oder einem anderen robusten Metall.

Auch bei dieser Treppenart sind verschiedene Formen möglich. Neben geraden Ausführungen gibt es auch gewendelte Varianten, die sich flexibel an Raumverläufe anpassen lassen.

Bolzentreppen wirken besonders modern und leicht und eignen sich daher gut für offene, zeitgemäße Wohnkonzepte.

Für eine individuelle Planung und passende Modelle empfiehlt sich die Beratung durch einen BAUWIKI-Fachbetrieb in der Nähe.

Mauerwerk / Treppenmauer

Eine Mauerwerktreppe (auch Treppenmauer oder gemauerte Treppe) wird meist im Außenbereich eingesetzt. Dabei ist die Treppe direkt an das Mauerwerk angeschlossen oder in dieses integriert.

Typische Einsatzbereiche sind Eingangsbereiche von Gebäuden, der Ausgleich von Höhenunterschieden im Garten, Verbindungen zwischen Terrasse und Garten oder auch Kellerabgänge.

Kleinere Gartenprojekte können je nach Erfahrung selbst umgesetzt werden. Bei Eingangstreppen oder Kellertreppen ist jedoch eine fachgerechte Ausführung wichtig, da bestimmte bauliche Anforderungen wie Mindestbreiten und Steigungswerte einzuhalten sind.

Mauerwerktreppen bestehen in der Regel aus Beton oder Mauerwerk. Die Stufen werden direkt auf das tragende Fundament gesetzt und bilden so eine stabile Konstruktion.

Es gibt verschiedene Ausführungsformen, darunter:

  • Blockstufen aus massiven Stein- oder Betonelementen
  • Legestufen aus getrennten Tritt- und Setzstufen
  • Setzstufen mit gemauerter oder ausgefüllter Trittfläche

Unabhängig von der Ausführung ist eine funktionierende Entwässerung wichtig, damit sich kein Wasser auf den Stufen sammelt und die Treppe rutschig wird.

Nottreppe / Feuertreppe

Eine sogenannte Nottreppe wird umgangssprachlich auch Feuertreppe oder Feuerschutztreppe genannt. Sie kommt besonders häufig an öffentlichen oder mehrstöckigen Gebäuden zum Einsatz und dient dort als zusätzlicher Rettungsweg im Notfall.

Nottreppen bestehen meist aus Metall, da sie nach gesetzlichen Vorgaben aus nicht brennbaren Materialien gefertigt sein müssen.

Für Feuertreppen gelten in der Regel folgende Anforderungen:

  • Eine ausreichende Laufbreite (mindestens ca. 65 cm), damit eine sichere Flucht möglich ist
  • Ein Geländer zur Absturzsicherung während der Flucht
  • Unterbrechung nach einem Geschoss oder Richtungswechsel, um zu steile Verläufe zu vermeiden
  • Führung zu einem sicheren Bereich wie dem Erdgeschoss oder einem geschützten Zwischengeschoss
  • Freihaltung von Türen und anderen baulichen Hindernissen im Treppenverlauf

Wichtig ist außerdem, dass Nottreppen nicht nur als Fluchtweg dienen, sondern auch der Feuerwehr als Zugang zum Gebäude im Einsatzfall dienen können.

Ob eine solche Treppe verpflichtend ist, hängt von der jeweiligen Gebäudenutzung und den baurechtlichen Vorgaben ab. In vielen öffentlichen Gebäuden sowie größeren Bauwerken sind mindestens zwei unabhängige Rettungswege vorgeschrieben, die auch über Nottreppen führen können.