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Wiki-Topic: Tuerbeschlaege

Türschild

Beispielbild eines Türgriffs mit Langschildgarnitur
Langschildgarnitur©HOPPE AG

Die Metallplatte, in der der Türdrücker verankert ist, nennt man Türschild. Es deckt den Bereich vom Drücker bis rund um das Schlüsselloch ab. Man unterscheidet zwischen Langschilden und Kurzschilden.

Langschild-Garnitur: Sie besteht aus zwei Türgriffen und zwei Langschilden mit Lochungen für Profilzylinder-, Buntbart– oder Badschloss. Langschilde sind meist rechteckig oder abgerundet.

Kurzschild-Garnitur: Sie besteht ebenfalls aus zwei Türgriffen und zwei Kurzschilden mit entsprechenden Lochungen. Kurzschilde sind kompakter als Langschilde und ebenfalls in rechteckigen oder abgerundeten Formen erhältlich.

Rosettengarnitur

Beispielfoto eines Türgriffs mit Rosettengarnitur
Rosettengarnitur©HOPPE AG

Eine Drückergarnitur mit getrennter Aufnahme für Drücker und Schlüsselabdeckung wird als Rosettengarnitur bezeichnet. Die Rosetten decken jeweils nur den Bereich rund um den Drücker bzw. das Schlüsselloch ab.

Eine Rosettengarnitur für Innentüren besteht aus zwei Türgriffen, zwei Drücker-Rosetten und zwei Schloss-Rosetten.

Drücker-Rosetten sind in verschiedenen Formen erhältlich, z. B. rund, oval oder eckig. Sie können entweder auf das Türblatt aufgesetzt oder flächenbündig eingelassen werden.

Die Schloss-Rosetten sind mit passenden Lochungen für Profilzylinder-, Buntbart– oder Badschloss ausgestattet.

Zubehör

Türblatt, Zarge, Beschläge und Bänder sind die grundlegenden Bauteile eines Türelements.

Darüber hinaus kann ein Türelement durch Zubehör ergänzt werden. Dazu zählen insbesondere Türstopper und Türschließer, die das Öffnen und Schließen der Tür beeinflussen.

Türschließer

Türschließer sorgen dafür, dass Drehflügeltüren nach dem Öffnen selbsttätig und kontrolliert schließen. Die dafür benötigte Energie entsteht beim Öffnen der Tür und wird in einer Feder gespeichert.

Im Gegensatz zu einfachen Federbändern wird der Schließvorgang bei Türschließern zusätzlich hydraulisch gedämpft. Je nach Türbreite, Gewicht und Einsatzbereich gelten unterschiedliche Anforderungen.

Wichtige Merkmale:

Schließkraft: Kraft, mit der die Tür geschlossen wird
Schließgeschwindigkeit: Geschwindigkeit des Schließvorgangs
Endschlag: Aufhebung der Dämpfung kurz vor dem Schließen, damit die Falle sicher einrastet
Öffnungsdämpfung: Verhindert Schäden bei starkem Aufstoßen der Tür
Schließzeitverzögerung: Verzögert das Schließen und ermöglicht bequemes Passieren

Türschließer erhöhen die Sicherheit, unterstützen die Energieeinsparung, reduzieren Lärm und schützen die Privatsphäre. Vorgeschrieben sind sie bei Feuerschutzabschlüssen und Rauchschutztüren.

Man unterscheidet Obentürschließer, Bodentürschließer sowie verdeckt liegende integrierte Türschließer.

Schiebetürbeschläge

Eine Schiebetür benötigt aufgrund ihrer Funktionsweise spezielle Beschläge, die bei einer Drehflügeltür nicht erforderlich sind. Dazu gehören die Laufschiene, auf der die Tür seitlich gleitet, sowie der Laufwagen, der sich darin bewegt.

Laufschienen können verkleidet oder sichtbar ausgeführt sein. Damit die Tür beim Öffnen nicht aus der Schiene läuft, sind Türstopper notwendig. Zusätzliche Auflaufbremsen schonen sowohl Türstopper als auch Türblatt.

Ein Schiebetürschloss und ein Gegenkasten sorgen dafür, dass die Tür in geöffneter Position einrastet. Schiebetüren können auch abschließbar ausgeführt werden.

Schiebetürschlösser besitzen aufgrund der Öffnungsrichtung keinen geraden Riegel, sondern einen gebogenen Zirkelriegel. Bei in der Wand laufenden Schiebetüren kommt zusätzlich ein Springgriff zum Einsatz, mit dem die Tür aus der Wand gezogen werden kann.

Bänder

Aufbau eines Türbandes
Bänder© Wikipedia / Dirk Broßke

Türbänder sind die Scharniere (oder Angeln) der Tür. Sie stellen die drehbare mechanische Verbindung zwischen Türblatt und Zarge her und tragen sowie führen das Türblatt. Bänder sind entscheidend für die einwandfreie Funktion beim Öffnen und Schließen.

Türbänder bestehen in der Regel aus zwei oder drei Teilen: Das Bandunterteil (Rahmen- bzw. Zargenteil) wird in der Bandtasche an der Zarge befestigt, das Bandoberteil (Flügel- bzw. Türteil) sitzt im Türblatt. Heute üblich sind Einbohrbänder, die in Türblatt und Zarge eingeschraubt werden.

Die Bandunterkonstruktionen ermöglichen eine optimale Einstellung des Türblatts in der Zarge: Zweidimensional verstellbare Bänder erlauben die seitliche und die Tiefenverstellung, dreidimensional verstellbare Bänder zusätzlich eine Höhenverstellung.

Optisch werden Bänder auf die übrigen Beschläge abgestimmt. Sie sind in verschiedenen Oberflächen erhältlich, z. B. verzinkt, vermessingt, vernickelt, verchromt, aus Edelstahl, brüniert oder bronziert. Es gibt matte und polierte Ausführungen sowie Varianten mit Kunststoffummantelung.

Eine Besonderheit sind verdeckt liegende Bänder. Sie sind bei geschlossener Tür unsichtbar und eignen sich besonders für designorientierte, insbesondere stumpf einschlagende Türen.

Belastbarkeit

Bänder werden unterschiedlich stark belastet. Entscheidend sind Türblattgewicht und Türblattschwerpunkt, Öffnungsfrequenz, Bandanordnung, Materialart und -dicke sowie die Bandbefestigung. Auch Türschließer und Türstopper beeinflussen die Belastung.

Welches Bandsystem eingesetzt wird, hängt neben der Belastung von der Türfunktion ab. Schallschutztüren erhalten spezielle Bänder zur Aufnahme einer Türfalzdichtung; bei Feuer-, Rauch- und Einbruchschutztüren sind nur geprüfte Bänder zulässig; Nassraumtüren werden mit Edelstahlbändern ausgestattet.

In der Regel besitzt ein Türelement zwei Bänder. Ein drittes Band kann – richtig positioniert – die Belastbarkeit um bis zu 30 % erhöhen.

Schließbleche

Das Schließblech ist ein flaches Stahlblech in der Zarge. Charakteristisch sind seine Aussparungen: In eine greift die Falle beim Schließen der Tür, in die andere der Riegel beim Verriegeln.

Es ist nicht nur das notwendige Gegenstück zu Falle und Riegel, sondern schützt Holzzargen auch vor Abnutzung. Beim Schließen schlägt die abgeschrägte Seite der Falle zunächst auf das Schließblech, bevor sie einschnappt – die Zarge bleibt unbeschädigt.

Das Schließblech wird in der Regel an der Türzarge montiert, bei doppelflügeligen Türen am Standflügel. Stahl- und Aluminiumzargen benötigen meist kein separates Schließblech, da die Aussparungen direkt ins Material eingebracht werden.

Türdrücker

Ein Türdrücker (auch Türgriff, Türklinke oder Türschnalle) ist ein Griff zum manuellen Öffnen und Schließen einer Tür. Funktion und Einsatzort bestimmen Bauweise und Material. Neben seiner Funktion trägt er auch wesentlich zum Design und zum Bedienkomfort bei.

Der Türdrücker ist im Türschild oder in einer Rosette verankert – zusammen spricht man von einer Drückergarnitur.

Seine Form ist auf die manuelle Nutzung ausgelegt. Aufgrund der hohen mechanischen Belastung bestehen Türdrücker meist aus Metall, z. B. Edelstahl oder Messing. Sie werden in der Regel paarweise montiert und über einen Stift sowie den Drückerdorn miteinander verbunden.

Beim Herunterdrücken des Türdrückers betätigt der Drückerdorn die Falle, wodurch sich die Tür öffnen lässt.

Außerhalb Europas sind häufig Türknäufe (Doorknobs) verbreitet, die entweder drehbar sind oder als feste Griffe dienen.

Kombinationen aus Türdrücker und Türknauf werden als Wechselgarnituren bezeichnet und kommen zunehmend auch bei Haustüren in Mitteleuropa zum Einsatz.

Schlösser

Beschrifteter Aufbau eines Profilzylinderschlosses
Profilzylinderschloss

Das Schloss ist die mechanische Vorrichtung, die dazu dient, eine Tür geschlossen zu halten und zu verriegeln, um Unbefugten den Zutritt zu verwehren.

Früher wurden Schlösser meist als Kastenschloss auf der Innenseite der Tür montiert, wobei die Mechanik sichtbar war. Moderne Türen sind heute mit Einsteckschlössern ausgestattet, die seitlich ins Türblatt eingesetzt werden. Sichtbar bleibt nur der Schlossstulp, der Falle und Riegel umschließt.

Der Schlosskasten mit Falle und Riegel liegt im Inneren des Türblatts. Beim Schließen schnappt die Falle ins Schließblech in der Zarge und hält die Tür geschlossen. Beim Abschließen fährt zusätzlich der Riegel aus und verriegelt die Tür.

Je nach Anforderung und Sicherheitsstandard gibt es unterschiedliche technische Ausführungen. Einsteckschlösser mit Türdrücker besitzen eine Schlossnuss – ein Bauteil mit Vierkant-Loch zur Aufnahme des Drückers.

Wichtige Maße sind Entfernung und Dornmaß: Die Entfernung beschreibt den Abstand zwischen Schlossnuss und Schlüsselloch, das Dornmaß den Abstand zwischen Stulp und Mittelpunkt des Schlüssellochs.

Zu den wichtigsten Schlossarten zählen das Buntbartschloss, das Profilzylinderschloss und das Badschloss.

Zum Schloss gehören passende Beschläge (z. B. Türdrücker), Schließmittel (z. B. Zylinder und Schlüssel) sowie Zubehör wie das Schließblech.