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Wiki-Topic: Materialien & Oberflächen

Handlauf

Ein Handlauf ist nicht mit einem Geländer zu verwechseln. Während das Geländer vor allem dem Schutz vor Abstürzen dient, unterstützt der Handlauf das sichere Hinauf- und Hinabgehen durch Stabilisierung.

Handläufe können in verschiedenen Formen und Materialien ausgeführt werden und werden häufig optisch auf die Treppe abgestimmt. Neben schlichten Varianten gibt es auch aufwendig gestaltete Modelle mit Schnitzereien oder Drechseleien. Typische Materialien sind heute Holz und Edelstahl.

Handlauf und Wandhandlauf
Ein Handlauf kann direkt auf dem Geländer montiert oder als Wandhandlauf ausgeführt werden. In diesem Fall ist er in der Wand befestigt und nicht mit der Treppenkonstruktion verbunden, wodurch er besonders dezent wirkt. Welche Variante gewählt wird, hängt von Gestaltung und persönlichen Vorlieben ab.

Ist ein Handlauf gesetzlich vorgeschrieben?
In Deutschland schreiben die Landesbauordnungen mindestens einen Handlauf bei Treppen in Wohngebäuden vor. In öffentlichen Gebäuden sind in der Regel sogar zwei Handläufe erforderlich. Die DIN-Normen geben zusätzlich gestalterische und funktionale Vorgaben, unter anderem zur Höhe (ca. 80 bis 100 cm), zur besseren Sichtbarkeit durch Kontrast zur Wand, zum Überstand von etwa 30 cm vor und nach der Treppe sowie zu klar erkennbaren Endpunkten.

In privaten Wohnhäusern gelten diese Vorgaben überwiegend als Empfehlung, wodurch mehr gestalterischer Spielraum besteht.

Für unterschiedliche Ausführungen lohnt sich der Vergleich verschiedener Systeme in einer Treppenausstellung oder die Beratung durch einen BAUWIKI-Fachbetrieb vor Ort. Über den Bauvorhaben-Konfigurator finden sich passende Ansprechpartner in der Nähe.

Pfosten

Ein Treppenpfosten erfüllt zwei Funktionen: Er stabilisiert häufig die Treppenkonstruktion und sorgt für eine sichere Verbindung des Geländers mit dem Boden. Gleichzeitig erhöht er den Komfort, da er den Beginn des Geländers markiert und somit als erster Orientierungspunkt beim Betreten der Treppe dient.

Es wird zwischen zwei Arten von Pfosten unterschieden: Der Antrittpfosten befindet sich am Beginn der Treppe im unteren Geschoss, der Austrittpfosten am oberen Ende der Treppe.

Gestaltung von Treppenpfosten
In der Regel bestehen Pfosten aus demselben Material wie das Geländer, um ein harmonisches Gesamtbild zu erzeugen. Häufig kommen Holz und Metall zum Einsatz. Besonders im klassischen Wohnstil sind auch aufwendige Verzierungen wie Drechselungen oder Schnitzereien verbreitet.

Ein zusätzliches Gestaltungselement ist der sogenannte Pfostenkopf, der das obere Ende des Pfostens abschließt. Dieser kann schlicht ausgeführt sein oder dekorativ gestaltet werden, etwa in Form von Kugeln oder figürlichen Elementen. Besonders harmonisch wirkt die Gestaltung, wenn der Pfostenkopf auf den Handlauf abgestimmt ist und einen bewussten Kontrast oder Übergang zur Geländerkonstruktion bildet.

Ein BAUWIKI-Fachbetrieb kann verschiedene Varianten in einer Treppenausstellung zeigen und bei der Auswahl beraten.

Geländermaterialien

Treppengeländer müssen nach den deutschen Landesbauordnungen bestimmte Belastungen sicher aufnehmen können. Diese entstehen sowohl durch das Anlehnen als auch durch die Nutzung des Handlaufs, sodass Kräfte aus unterschiedlichen Richtungen wirken.

Gesetzliche Vorgaben für Treppengeländer

Je nach Gebäudetyp gelten unterschiedliche Mindestanforderungen:

  • In Privathäusern müssen Geländer mindestens 50 kg pro Meter aushalten.
  • In öffentlichen Gebäuden sind es mindestens 100 kg pro Meter.
  • Bei Menschenansammlungen, etwa in Konzerthallen, können bis zu 200 kg pro Meter erforderlich sein.

Diese Anforderungen zeigen, dass nicht jedes Material für jedes Einsatzgebiet geeignet ist. Während in privaten Wohnhäusern auch Hartholz eingesetzt werden kann, sind in öffentlichen Bereichen meist Metallkonstruktionen erforderlich. Ein BAUWIKI-Fachbetrieb kann bei der Auswahl des passenden Materials beraten.

Optische Gestaltung von Treppengeländern

Neben den technischen Anforderungen spielt auch die Optik eine wichtige Rolle. Bei Holztreppen wird häufig der Handlauf passend zum Holz gewählt, während die Geländerstäbe aus Metall bestehen können.

Sehr moderne Kombinationen bestehen aus Metalltreppen mit Glasfüllungen oder aus farbigem Sicherheitsglas, das auf die Einrichtung abgestimmt ist. Besonders minimalistisch wirken Ganzglasgeländer, bei denen die Konstruktion nahezu vollständig aus Glas besteht.

Die Gestaltungsmöglichkeiten sind vielfältig und hängen stark vom individuellen Wohnstil ab. Inspiration bieten Treppenausstellungen bei BAUWIKI-Fachbetrieben, die verschiedene Materialien und Kombinationen zeigen.

Geländerstäbe

Geländerstäbe tragen ein Geländer und sind häufig auch statisch wichtige Elemente einer Treppenkonstruktion. Deshalb gelten gesetzliche Anforderungen sowohl an die Tragfähigkeit als auch an den Abstand der Stäbe.

Abstand von Geländerstäben
Nach deutschen Landesbauordnungen darf der Abstand zwischen einzelnen Geländerstäben maximal 12 cm betragen, um zu verhindern, dass insbesondere Kleinkinder hindurchfallen können. In Haushalten mit Kindern oder in öffentlichen Einrichtungen wird oft ein noch geringerer Abstand empfohlen. Ist der Abstand größer, muss eine zusätzliche Geländerfüllung vorgesehen werden.

Tragfähigkeit von Geländerstäben
Geländer müssen je nach Nutzung bestimmte Lasten aufnehmen können: In Privathäusern mindestens 50 kg pro Meter, in öffentlichen Gebäuden mindestens 100 kg pro Meter. Diese Lasten müssen gleichmäßig auf die Geländerstäbe verteilt werden, weshalb das Material entsprechend stabil gewählt werden muss.

Material und Gestaltung
Geländerstäbe bestehen meist aus Hartholz oder Metall, wobei im modernen Wohnbau überwiegend Metall eingesetzt wird. Holzstäbe passen besonders gut zu klassischen oder rustikalen Treppen und können aufwendig gedrechselt oder verziert sein. Metallstäbe wirken dagegen schlicht und modern, meist mit rundem oder quadratischem Querschnitt.

In Kombination mit Handläufen und möglichen Füllungen ergeben sich vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten. Für Inspiration und Beratung empfiehlt sich ein Besuch im Showroom oder bei einem BAUWIKI-Fachhändler vor Ort. 

Geländerfüllung

Ein Treppengeländer kann eine Füllung besitzen, die nicht nur dekorativ ist, sondern auch eine wichtige Sicherheitsfunktion erfüllt. In vielen öffentlichen Gebäuden sind solche Füllungen sogar vorgeschrieben, um zusätzlichen Schutz vor Abstürzen zu gewährleisten.

Nach deutschem Baurecht dürfen Öffnungen zwischen Geländerstäben in der Regel nicht größer als etwa 12 cm sein. Als Füllung kommen beispielsweise Holzplatten, Lochblech oder Sicherheitsglas zum Einsatz, wobei das Erscheinungsbild je nach Material von klassisch bis modern reicht. Glas wirkt besonders filigran, muss jedoch als Sicherheitsglas ausgeführt werden.

Alternativ können auch waagerecht verlaufende Gitterstäbe verwendet werden, die optisch leicht wirken, aber den sogenannten Leitereffekt auslösen können. Dieser beschreibt die Gefahr, dass insbesondere Kinder die Stäbe zum Klettern nutzen. Deshalb werden solche Konstruktionen häufig mit einem nach innen versetzten Handlauf oder zusätzlichen Füllungen wie Lochblech kombiniert. Diese Regelung gilt vor allem im öffentlichen Bereich, wird aber auch für private Wohnhäuser empfohlen.

Für die passende Ausführung sollte eine fachliche Beratung durch einen BAUWIKI-Fachbetrieb erfolgen.

Treppen aus Stahl

Treppen aus Stahl werden häufig zunächst mit Außentreppen in Verbindung gebracht. Dort kommen sie oft als Spindel- oder Wangentreppen zum Einsatz.

Mittlerweile sind Stahltreppen jedoch auch im Innenbereich sehr beliebt. Das Vorurteil „kalt wie Stahl“ trifft heute nicht mehr zu, denn moderne Stahlkonstruktionen können sehr wohnlich und hochwertig wirken.

Im sogenannten Industrial Style werden häufig bewusst Materialien kombiniert. Besonders verbreitet ist die Verbindung eines Stahl-Treppenkörpers mit Holzstufen. Dadurch entsteht ein spannender Kontrast zwischen warmem Holz und kühlem Metall.

Ein Treppenkörper aus Stahl ist dabei besonders stabil, langlebig und pflegeleicht. Je nach Ausführung kann er gebürstet oder poliert sein, wodurch entweder ein heller, glänzender Look oder ein dunkler, industrieller Charakter entsteht.

Viele Systemtreppen setzen auf Stahlkonstruktionen, da diese auch bei größeren Spannweiten und steileren Winkeln eine hohe Stabilität gewährleisten.

Wenn Sie sich für eine Treppe im Industrial Style interessieren, lohnt sich der Besuch eines BAUWIKI-Fachhändlers in Ihrer Nähe. Dort können verschiedene Modelle in einer Ausstellung verglichen und individuell beraten werden. Über den Bauvorhaben-Konfigurator finden Sie passende Ansprechpartner.

Treppen aus Glas

Glas steht für absolute Leichtigkeit und Eleganz. Eine Treppe mit Glaselementen wirkt daher besonders filigran und passt sehr gut zu einem modernen, reduzierten Wohnstil.

Bei Glastreppen wird zwischen verschiedenen Einsatzbereichen unterschieden:

  • Nur das Geländer besteht aus Glas
  • Geländer und tragende Wangen bestehen aus Glas
  • Auch die Stufen bestehen vollständig aus Glas

Sicherheitsglas als Voraussetzung
Unabhängig vom Einsatzbereich müssen alle Glaselemente aus speziellem, bruchsicherem Sicherheitsglas bestehen. Besonders bei tragenden Elementen ist entscheidend, dass die Konstruktion auch im Schadensfall stabil bleibt und die Statik nicht beeinträchtigt wird. Vor dem Einbau sollte daher genau geprüft werden, welche Sicherheitsstandards der Hersteller erfüllt.

Gestaltung von Glastreppen
Trotz ihrer klaren Optik sind Glastreppen sehr vielseitig. Moderne Varianten können beispielsweise mit integrierter LED-Beleuchtung ausgestattet werden, wodurch sich farbliche Akzente im Raum setzen lassen. Häufig wird Glas zudem mit Materialien wie Stahl oder Edelstahl kombiniert, was eine besonders moderne und harmonische Wirkung erzeugt.

Für eine fachgerechte Planung und Beratung empfiehlt sich der Kontakt zu einem BAUWIKI-Fachbetrieb in Ihrer Nähe. Über den Bauvorhaben-Konfigurator finden sich passende Ansprechpartner vor Ort.

Treppen aus Edelstahl

Edelstahl ist eine Spezialform von Stahl, bei der der Schwefel- und Phosphorgehalt unter 0,025 % liegt. Die meisten im Alltag verwendeten Edelstähle sind zudem rostfrei, wodurch sie sich sowohl für Innen- als auch für Außentreppen gut eignen.

Außentreppen aus Edelstahl
Edelstahl stellt eine robuste Alternative zu Aluminium dar und wird häufig für Eingangstreppen, Nebentreppen oder Gartentreppen eingesetzt. Als Stufen kommen meist Lochbleche oder Gitterroste zum Einsatz, damit Feuchtigkeit gut ablaufen kann und sich keine Nässe auf der Oberfläche sammelt. Dadurch bleibt die Treppe auch bei Regen oder Frost sicher begehbar.

Innentreppen aus Edelstahl
Komplett aus Edelstahl gefertigte Innentreppen sind eher selten. Häufig wird Edelstahl hier für Geländer oder tragende Elemente wie Treppenwangen verwendet. Durch seine helle, oft glänzende Oberfläche wirkt Edelstahl feiner und moderner als klassischer Stahl und passt besonders gut zu einem reduzierten Wohnstil. Ein weiterer Vorteil ist die sehr pflegeleichte Oberfläche.

Kombination mit Holz
Sehr verbreitet ist die Kombination von Edelstahl mit Holz. Besonders in Verbindung mit hellen Hölzern entsteht ein moderner, aber dennoch warmer Gesamteindruck. Diese Kombination wirkt leicht und lässt sich gut mit unterschiedlichen Einrichtungsstilen und Farben verbinden.

Treppen aus Kunststoff

Treppen aus Kunststoff? Das klingt zunächst ungewöhnlich, da Treppen hohe Lasten tragen müssen und Kunststoff oft mit geringer Stabilität verbunden wird. Dieses Bild hat sich jedoch in den letzten Jahren deutlich verändert.

Während komplette Innentreppen aus Kunststoff bisher kaum verbreitet sind, spielt Kunststoff im Bereich von Außentreppen mittlerweile eine wichtige Rolle.

Dabei bestehen in der Regel nicht die tragenden Teile der Treppe aus Kunststoff, sondern vor allem die Treppenstufen. Diese werden häufig aus robustem Recycling-Kunststoff gefertigt und können optisch Holz oder Stein sehr ähnlich sein.

Der Vorteil liegt in der hohen Langlebigkeit und Pflegeleichtigkeit. Durch spezielle Oberflächenstrukturen kann Wasser gut ablaufen, sodass die Stufen auch bei Nässe und Kälte sicher begehbar bleiben.

Die tragende Konstruktion solcher Außentreppen besteht weiterhin aus Metall, meist Stahl. In Kombination mit Kunststoffstufen entstehen dadurch stabile, funktionale und gleichzeitig optisch freundlich wirkende Treppenlösungen.

Besonders im Bereich von privaten Gärten oder Nebeneingängen stellt diese Materialkombination eine praktische und moderne Alternative dar.

Treppen aus Holz

Für Innentreppen ist Holz seit Jahrhunderten das bevorzugte Material. Es gilt als ökologisch, langlebig und charaktervoll und verleiht Räumen eine warme, natürliche Atmosphäre.

Holztreppen passen nicht nur zu klassischen Wohnstilen oder dem Landhausstil, sondern auch zu modernen, reduzierten Einrichtungen. Es gibt zahlreiche zeitgemäße Designs, die Holz vielseitig einsetzbar machen. Zur Inspiration eignet sich der Treppen-Showroom.

Verschiedene Holzwerkstoffe für Treppen
Bei Holztreppen wird zwischen Massivholz und Leimholz mit Furnieroberfläche unterschieden. Massivholz kann bei Bedarf durch Abschleifen der Oberfläche renoviert werden, während bei Furnier in der Regel nur ein Austausch der Stufen möglich ist. Dafür ist Furnier meist kostengünstiger, insbesondere bei seltenen oder hochwertigen Hölzern wie Walnuss oder Tropenhölzern.

Die Oberfläche einer Holztreppe ist in der Regel behandelt und kann entweder lackiert oder geölt sein. Lackierte Oberflächen sind widerstandsfähiger und wirken glänzender, während geölte Varianten eine natürlichere, matte Optik behalten.

Harte und weiche Holzarten
Holz wird nach seiner Dichte unterschieden. Als Weichholz gelten Arten mit unter 0,55 g/cm³, als Hartholz solche darüber. Für Treppen werden überwiegend Harthölzer wie Buche, Eiche oder Esche verwendet, da sie besonders robust sind. Auch einige Weichhölzer wie Kiefer, Fichte oder Lärche kommen zum Einsatz. Einzelne Äste beeinträchtigen dabei in der Regel nicht die Stabilität der Treppe.

Wenn Sie sich unsicher sind, welches Holz geeignet ist, empfiehlt sich ein Besuch bei einem BAUWIKI-Fachbetrieb. Dort können verschiedene Materialien verglichen und passende Lösungen ausgewählt werden.